Dresdner Morgenpost, 23. Januar 2008
Vorsicht Kamera! Hier werden Sie überwacht
Immer mehr Videokontrollen sollen Dresden sicherer machen
Klappe, die zweite: Die Polizei schnüffelt seit gestern per Kamera an zwei Dresdner Brennpunkten. Nachdem „Big Brother“ seit Jahren in der Prager Straße Gauner abschreckt, surrt das Video nun auch gegenüber dem Café Scheune (Alaunstraße). Doch nicht nur die Polizei guckt Bürger. Lesen Sie mal, wo Sie in Dresden überall gefilmt werden.
Bahnhof, Tram, Kreuzung: Dutzende Kameras filmen Dresdner – meist zur Information. Das Fraunhofer-Institut hat 28 Kameras an Verkehrsknoten (z.B. den Brücken, Schillerplatz) als Verkehrsinfosystem installiert (www.intermobil.org). Der MDR oder private Betreiber bieten Live-Bilder von Sehenswürdigkeiten (www.dresden-news.com). Die Bilder werden übrigens nicht gespeichert. Im Gegensatz zu denen der über 200 Kameras, mit denen die DVB seit 2003 45 ihrer 150 Straßenbahnen ausgerüstet hat (Kosten: ca. 900 000 Euro). Eine lohnende Investition, so DVB-Sprecher Falk Lösch: „Die Daten werden 24 Stunden gespeichert. Bei einer Straftat kann die Polizei die Bänder anfordern.“ Regelmäßig werden Bilder von Bahn-Chaoten veröffentlicht, viele geschnappt. Lösch: „Seit wir die Kameras haben, wird weniger zerstört.“48 Stunden lang speichert die Zentrale im Bahnhof Neustadt die Kamera-Bilder der Bahnhöfe. Bei Straftaten holt die Polizei die Bänder. Wie 2003, als Ulrich V. den Hauptbahnhof sprengen wollte. Die Polizei filmt auch selbst – seit 1999 mit Kameras vom Hotel Mercure und Karstadt an der Prager Straße. Sprecher Thomas Herbst: „Seither gingen Diebstähle um die Hälfte zurück, die Drogenszene verschwand.“ Nun will die Polizei mit „Big Brother“ in der Neustadt Krawallos abschrecken. Der Datenschützer nimmt die Anlage diese Woche ab.






Das elektronische Auge