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CD Sicherheitsmanagement, 20. Februar 2007

Bitte lächeln – auch im Knast

Videoüberwachung ist heute die Grundkomponente des Sicherheitskonzepts aller Justizvollzugsanstalten

Ein Ministerpräsident im Knast? Das ist für deutsche Verhältnisse ziemlich ungewöhnlich, zumal Roland Koch ganz offensichtlich seine gute Laune nicht verloren hatte. Dafür gab es ja auch keinen Grund.

Ganz im Gegenteil war der hessische Regierungschef rundum von einem Erfolgsprojekt umgeben – der Justizvollzugsanstalt Hünfeld, das erste teilprivatisierte Gefängnis Deutschlands. Kamerascheu ist Koch bekanntlich nicht, und so lächelte er bei der Einweihung im Dezember 2005 den Fernsehjournalisten professionell zu. Ob er sich dessen bewusst war, dass nicht nur sie Bilder von ihm aufzeichneten?

250 Kameras sind in der 65 Millionen teueren Haftanstalt verbaut. Sie stammen von der Funkwerk plettac electronic GmbH (www.cctv-systeme.com) und nehmen vor allem die Außenmauern und –zäune ins Visier, haben aber auch die Innenanlagen und –räume im Blick. „Mir ist hier richtig bewusst geworden, wie wichtig Privatsphäre ist“, bekannte eine Radiojournalistin, die für ihren Sender testweise eine Nacht in einer hiesigen Zelle verbracht hatte und am Morgen beim Blick aus dem Fenster eine Kamera auf sich gerichtet sah.

Romans jmkclö ueioö jcklö euioö cjklöe uioöc jklöe uiocö jeklö ucioö jeklö cuioeö jcklö ueioö cjklöe u9ioöc jkleö ucioö ejklöc uieöo cjklöe uilöc jkelö ucioöe jölAls Roman eee se  uiö jö euiöo ea jköl uaeioö jklö euiöo jdklöae uilö jieöl sich selbst, vertikal, horizontal. Es ist die erste Überwachungskamera, die die Polizei gestern installierte und die ihren ersten Probelauf absolvierte. Roman steigt auf sein Rad. Er blickt ein letztes Mal auf die surrende Kamera, murmelt „Das ist doch abartig“ und fährt davon.

Videoüberwachung ist heute eine Basiskomponente für das Sicherheitskonzept jedes Gefängnisses. Und dabei geht es nicht nur darum, Ausbruchversuche zu verhindern oder zumindest detailliert zu dokumentieren, sondern auch andere kriminelle Handlungen, etwa Vandalismus, Drogenhandel und Körperverletzung. Gerade für Letzteres sind Haftanstalten prädestiniert, ist doch das räumliche wie soziale Umfeld für alle besonders belastend. So wäre beispielsweise die wachsende Zahl ausländischer Häftlinge kein Problem, wenn sie alle miteinander auskämen. Doch wie jenseits der Mauern halten Serben nichts von Bosniern und Russen nichts von Tschetschenen (und jeweils umgekehrt). Das führt im Haftalltag zu Prügeleien und schwerer Körperverletzung. Da hilft es dann auch nicht viel, wie in Hünfeld vom einstigen Küchenchef eines Interconti-Hotels bekocht zu werden.

„Helfen kann dagegen mehr als je zuvor ein integrales Sicherheitskonzept, das den steigenden Sicherheitsbedürfnissen der Justizvollzugsanstalten und der Allgemeinheit, aber auch der Resozialisierung der Insassen gerecht wird“, sagt Bruno Jentner, Marketingleiter von Funkwerk plettac. „Der Schutz von Leib und Leben sowohl der Insassen als auch der Vollzugsbeamten steht daher im Mittelpunkt.“ Dabei helfen nicht nur Videoüberwachungs-, sondern auch funktionale Melde- und Kommunikationssysteme, wie sie das Unternehmen anbietet.

Um ein sicheres und zuverlässiges Systemkonzept zu erstellen, benötigt man laut Jentner vier Bausteine, die den vorliegenden Verhältnissen angepasst werden müssen:

  • Visuelle Kontrolle der Außen- und Innenbereiche durch Kameras: So lässt sich beispielsweise schnell erkennen, ob sich jemand unerlaubt in Korridoren aufhält. Auch Vorkommnisse in den Aufenthaltsräumen können so schnell erkannt und unter Kontrolle gebracht werden. Fix-, Dome- oder schwenkbare Kameras wie der SNK-Globe von Funkwerk plettac besitzen dafür die nötige Flexibilität und Funktionalität.
  • Zutrittskontrolle für Gebäude und Anlagen mittels Ausweisen an Schleusen und Türen – in der JVA Hünfeld beispielsweise ist beinahe jede Tür elektronisch gesichert.
  • Notsignal-, Melde- und Kommunikationssysteme: Der uneingeschränkte Informationsaustausch zwischen Personal und Zentrale sowie die automatische Standortbestimmung tragen zum sicheren Aufenthalt bei. DECT- und GSM-basierte BNGs (Persönliche Notruf-Geräte), beispielsweise Secury System DSS sind für diese Aufgabe seit Jahren erfolgreich in Einsatz.
  • Um alle Informationen komplett bearbeiten zu können, benötigt ein komplexes Sicherheitssystem zudem eine zentrale Steuerung und Verwaltung. Dies geschieht über ein Managementsystem, mit dem sich zugleich die Alarmverwaltung und Aufzeichnung aller Kamerabilder bewerkstelligen lässt. Die Organisation von Video-, Zutrittskontroll-, Brand- und Einbruchmeldeanlagen wird dabei ebenfalls ins Gebäudemanagementsystem integriert.

Dass die Technik gerade bei Haftanstalten besonders leistungsfähig sein muss, versteht sich von selbst.

An die eingeschränkte Freiheit müssen sich im Übrigen nicht nur die Insassen gewöhnen, sondern auch die Justizbeamten. In Hünfeld sind 116 beschäftigt. Sie werden unterstützt von 95 privat angestellten Kollegen der Serco GmbH (www.serco.de). Die überall verteilten Kameras empfinden sie sicherlich nicht nur als lästige Beobachter, sondern auch als Sicherheitsgarantie. Denn sollte es zu einem Handgemenge oder eine ähnlich brenzligen Situation kommen, wissen die Kollegen in der Sicherheitszentrale sofort Bescheid und können die notwendigen Hilfsmaßnahmen einleiten.

 
aktualisiert am 18.05.2012