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Mittelbayerische Zeitung, 16. Mai 2007

Schlaue Kameras aus Sinzing schonen Nerven und Umwelt

TVI Lederer erhält „Verkehrs-Oscar“ für Straßenüberwachungs-Projekt

Von Roman Hiendlmaier, MZ

SINZING. Montagmorgen auf den Autobahnen rund um München: Der Verkehr quält sich in Richtung Stadtzentrum, Tausende dort Beschäftigte, Handwerker und Dienstleister müssen sich in Geduld üben.

Das bayerische Parade-Beispiel für immer wiederkehrende Staus durch Berufsverkehr, Messen, Sport- oder Konzertereignisse, ist auch der beste Beleg für die nerven- und umweltschonende Wirkung der schlauen Kameras von TVI Lederer. Ohne die Technologie aus Regensburg müssten die Einpendler noch länger warten.

Denn rund um München hilft bereits die abschnittsweise Freigabe von Autobahn-Seitenstreifen zu Spitzenzeiten, die Kapazitäten optimal zu nutzen: „Unser Konzept erhöht den Durchfluss der Strecken um 20 bis 25 Prozent,“ sagt Heinz Lengauer, Vertriebschef bei TVI Lederer.

Eine Quote, die jüngst auch Verkehrs-Experten der EU überzeugte: Ein Projekt zur grenzüberschreitenden Harmonisierung von Verkehrstelematik in Hessen, das die Seitenstreifenfreigabe beinhaltet, wurde als „bestes Projekt im europäischen Verkehrsmanagement“ ausgezeichnet, in der Branche „Verkehrs-Oscar“ genannt.

Bundesweit konkurrenzlos

Kernstück der Seitenstreifenfreigabe ist die kontinuierliche Videoüberwachung: So wird sichergestellt, dass im Fall von Störungen durch Menschen, Pannenfahrzeuge oder Gegenstände auf der Fahrbahn, der Seitenstreifen gar nicht erst frei gegeben wird oder eine Freigabe wieder rückgängig gemacht werden kann. Die Bilder liefern bewegliche und sogar mit Scheibenwischern ausgestattete Kameraeinheiten. Gesteuert werden sie in der Regel von Spezialisten in Verkehrszentralen. Das System kann aber noch mehr: Während der Verkehrsüberwacher die Live-Bilder verfolgt, vergleicht das System im Hintergrund die Bilder mit Referenzbildern. Ereignet sich ein Zwischenfall, erfolgt eine Alarmauslösung. Eine Entscheidung über die weiteren Schritte ist binnen Sekunden möglich.

Mit seiner System-Lösung ist der Spezialist für Videosysteme – mit einem Einsatz-Spektrum von der Überwachung einer Haftanstalt bis zum Panoramabild eines Berggipfels – deutschlandweit konkurrenzlos. Rund 500 Kameras sind laut Lengauer bundesweit im Einsatz. Anfängliche Bedenken bezüglich Haltbarkeit oder Datenschutz seien ausgeräumt.

Obwohl ein derartiges System siebenstellige Summen kostet, ist es im Vergleich zur einzigen Alternative preiswert. Heinz Lengauer: „Verglichen mit dem Ausbau eines Autobahn-Abschnitts ist das nur ein Bruchteil der Kosten.“

Interesse hat daher nun auch das Ausland bekundet: Das Transitland Österreich setzt schon auf die Technik der rund 50 TVI-Mitarbeiter aus Sinzing. Noch heuer werden dort und in der Schweiz weitere Projekte umgesetzt. In Bayern erhält voraussichtlich das Verkehrsdreieck Neufarn-Holledau die nächste Anlage. „Auch die A 3 und die A 93 bei Regensburg haben die Behörden bereits für unser System im Visier,“ sagt Lengauer.

 
aktualisiert am 18.05.2012