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WAZ Duisburg, 2. August 2007

Technik vom Feinsten

Die nagelneue Schienenbahn für Kameras und die LED-Videowand kommen nächste Woche erstmals zum Einsatz. Hohe Investitionen

Von Anja Herberg

Auf dem Wasser werden die Leistungen weltklasse sein, doch auch hinter den Kulissen muss alles passen, damit die Kanu-WM vom 8. bis 12. August ein riesiger Erfolg wird. Die technischen Voraussetzungen sind zumindest prima. Eine nagelneue Schienenbahn für Kameras und die LED-Videowand kommen nächste Woche erstmals zum Einsatz.

„Schon für die WM 1978 war eine solche Schienenbahn vorgesehen“, erzählt Dipl.-Ing. Walter Volkmann, der das Projekt leitete. „Damals war sie aber noch nicht finanzierbar, auch die Technik war nicht ausgereift.“ Fast 30 Jahre später wurden die einstigen Pläne verwirklicht. Eigens für Duisburg wurde diese Bahn entwickelt. „Sie sollte klein und kaum sichtbar sein, sich dem Landschaftsbild anpassen“, erzählt Volkmann. Außerdem läuft die Führung nicht ganz gerade. Im Westufer befinden sich zwei Bögen: Zuschauer werden diese allerdings nicht bemerken. Durch entsprechende Software können die Schlenker ausgeglichen werden.

Insgesamt ist die Schiene knapp über 1000 Meter lang, 870 Meter sind am Westufer angebracht, 144 meter an der Tribünenrückwand. Die Kameras können mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h am Ufer entlang flitzen. Gespeist wird die Schienenbahn durch Magnetfelder und nicht über Stromkabel. „Dieses System hat sich in der Industrie bewährt“, erläutert Erich Caspers, der zuständige Fachingenieur für die Technik.

Vom fünften Stock des Zielturmes aus werden insgesamt acht Kameras gesteuert, die die Athleten immer im Auge haben. Dort können die Bilder professionell geschnitten und bearbeitet werden. „Es reicht nah an die Studiotechnik heran“, so Caspers. Wenn Fernsehanstalten nicht selber aufzeichnen, könnten jetzt eigene Bilder angeboten werden. Allerdings sollen mit den sportlichen Bildern nicht nur TV-Anstalten bedient werden. Die Kameras unterstützen auch die Trainingsanalyse von Athleten im Leistungszentrum.

Insgesamt kostete die Schienenbahn inklusive fünf fest installierter Kameras rund 1,7 Millionen Euro, wobei Bund und Land je 500 000 Euro Zuwendungen leisteten. Ebenfalls kein Schnäppchen war die 655 000 Euro teure LED-Videowand, die mit 196 000 Euro vom Land unterstützt wurde. Die Stadt leistete insgesamt einen Anteil von 1 225 500 Euro. Die Wand ist 43 Quadratmeter groß und besteht aus mobilen LED-Modulen, die einzeln abnehmbar sind. In Verbindung mit der Schienenbahn sind Live-Übertragungen auf der Leinwand möglich, so dass die Zuschauer während der WM nichts verpassen. Erich Caspers sieht in der LED-Technologie enorme Vorteile: „Sie ist nicht so anfällig und bietet auch bei viel Sonnenschein gute Bilder.“

Heinz-Gerd Janßen, Betriebleiter DuisburgSport, freut sich über die schmucken technischen Errungenschaften am Wasser: „Mit diesem Fortschritt kann sich die Regattabahn weiterhin international gut positionieren.“

Die Rennstrecke immer im Blick

Fast 30 Jahre hat es gedauert, jetzt ist es so weit: Bei der Kanu-WM in der kommenden Woche an der Regattabahn kommen erstmalig die neue Schienenbahn für Kameras und die passende LED-Videoleinwand zum Einsatz. Vorgesehen war eine solche Schienenbahn bereits für die WM 1978, damals scheiterte das Projekt allerdings an der Finanzierung. 1,7 Mio Euro kostet die Anlage inklusive der fünf fest installierten Kameras, die den Zuschauern Sicht auf die gesamte Rennstrecke liefern wird.

 

 
aktualisiert am 18.05.2012