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TZ München, 14. Mai 2005

Video-Auge macht die Innenstadt sicherer

Kriminalität binnen eines Jahres um fast 50 Prozent zurückgegangen

Jam. München
Es ist ungemütlich geworden für Diebe, Schläger und Drogendealer – seit drei Videokameras den Bahnhofsvorplatz und das Stachus-Rondell rund um die Uhr filmen. Vor gut einem Jahr begann die Münchner Polizei an diesen beiden Verbrechens-Brennpunkten mit der Kamera-Überwachung (tz berichtete). Eine erste Bilanz zeigt jetzt: Die Straftaten sind fast um die Hälfte zurückgegangen!

Zwei Kameras (siehe Grafik) filmen seit einem Jahr pausenlos den Bahnhofsvorplatz – mit beachtlichem Erfolg. Denn vor allem Taschendiebe und Drogenhändler meiden jetzt diesen Bereich. So sind die angezeigten Diebstähle (52 im Jahr 2003) auf 24 Taten im Jahr 2004 gesunken. Die Drogendelikte sanken auf dem überwachten Platz sogar von 85 auf 34 im vergangenen Jahr. Insgesamt registrierte die Polizei 193 Straftaten, genau 200 weniger als noch im Jahr 2003.

Das dritte Video-Auge überwacht vom Hotel Königshof aus das Stachus-Rondell – hier sank die Zahl der angezeigten Straftaten um immerhin 20 Prozent. Vor allem Schläger scheuten im Jahr 2004 diesen Platz für ihre Angriffe (minus 50 Prozent). Sex-Täter suchten sich ebenfalls einen anderen Platz für ihr mieses Treiben. Die Zahl dieser Delikte sank von fünf Fällen im Jahr 2003 auf „nur“ noch einen im vergangenen Jahr.

Zehn Straftäter konntn mit Hilfe der drei Video-Kameras quasi in flagranti geschnappt werden. Ihre Taten wurden von den Beamten im Polizeipräsidium an den Monitoren beobachtet. Noch bevor die Gangster das Weite suchen konnten, wurden sie festgenommen.

Da sich die Rund-um-die-Uhr-Überwachung an diesen beiden sogenannten Angsträumen bewährt hat, wird sie jetzt zur Dauereinrichtung. „Gerade auch wegen der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr“, erklärt Konrad Gigler. Der Chef der Münchner Verbrechensbekämpfung denkt nun auch darüber nach, ob nicht auch der Christkindlmarkt auf dem Marienplatz überwacht werden sollte. „Das prüfen wir.“ Die Münchner haben die rund 280 000 Euro teuren Video-Kameras am Bahnhof und Stachus gut angenommen. Konrad Gigler: „Es gab keine Beschwerden.“

Rund 1000 Videokameras sind in München in Betrieb. Sie überwachen den Verkehr, Grünanlagen sowie U- und S-Bahnhöfe. Allein im Hauptbahnhof sind 70 Video-Augen installiert.

 
aktualisiert am 18.05.2012