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Mittelbayerische Zeitung, 19. April 2005

Keine Chance für Störer und Spinnen

Klare Bilder garantiert: Bei der Fußball-WM wachen High-Tech-Kameras aus Ostbayern

SINZING (mz). Wenn im Juni in der Münchner Allianzarena das erste Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird, sind neben den 22 Spielern auch Staatsgäste aus aller Welt zugegen. Und mehr als 60 000 Fans im Stadion machen die Arena zum Hexenkessel.

In solchen Situationen darf nichts dem Zufall überlassen, muss jeder Stadionwinkel erfasst werden. Genau dafür gibt es zuverlässige Hightech-Helfer, die nach acht Stunden nicht Feierabend haben: die Überwachungstechnik der Firma TVI Lederer aus Sinzing bei Regensburg – sie garantiert den Sicherheitskräften stets den Überblick.

Ein Dutzend Kameras haben die Ingenieure in den letzten Monaten im neuen Münchner Fußballrund installiert, um jeden Eingang und Stadionwinkel via Monitor sichtbar zu machen. Auch das Frankenstadion in Nürnberg und die Stuttgarter Fußballarena stattet die Firma aus Ostbayern mit der neuesten Generation ihrer elektronischen Augen aus.

„Wir merken in unseren Auftragsbüchern, dass der Fußball-Weltverband immer strengere Sicherheitsauflagen macht“, sagt Verwaltungs- und Finanzchef Rainer Hölzgen. Und bei der professionellen Videoüberwachung setzten die Stadion-Verantwortlichen immer mehr auf den Expertenrat des 60-Mitarbeiter-Unternehmens in Ostbayern.

„Mit unseren Kameras sind wir unumstrittener Marktführer“, betont Firmengründer Karlheinz Lederer. Als frisch diplomierter Ingenieur hatte er Ende der 70er-Jahre eine Vision. „Kameras müssen genau so funktionieren wie das menschliche Auge“, dachte er sich. „Sie müssen schnell beweglich sein, müssen in Sekunden die Perspektive wechseln können und einfach zu bedienen sein.“

Besser als menschliches Auge

In den letzten drei Jahrzehnten ist er mit dem Konzept „Argovision“ seinem Traum immer näher gekommen. Die Kameras von TVI können inzwischen mehr als das menschliche Auge: lenken, neigen, zoomen, fokussieren. Auch auf Autobahnen werden sie als zuverlässige Stau- und Unfallmelder geschätzt.

Neueste Erfindungen des Sinzinger Unternehmers: Kameras wie die im Münchner Fußballstadion besitzen Scheibenwischer und Spinnenfänger. „Nie mehr verschwommene Bilder auf dem Monitor.“ Denn mehr als einmal, betont Karlheinz Lederer, hat eine Spinne die Sicht auf den randalierenden Fußballfan versperrt oder mit ihrem Netz das Bild unbrauchbar gemacht. Der neue Spinnenfänger – ein kleiner umlaufender Greifarm aus Kunststoff – verschafft in kritischen Situationen in Sekundenschnelle Durchblick. Damit der Zuschauer beim WM-Eröffnungsspiel die nächste Torszene nicht verpasst.



 
aktualisiert am 18.05.2012