Dresdner Zeitung, 8. April 2005
Wächter über die Magistralen
In Hellerau werden Sachsens Autobahntunnel und die Strecken rings um Dresden kontrolliert.
Von Stefan Rössl
Ein kurzes Schnarren warnt davor, dass etwas nicht in Ordnung ist. Jochen Mietsch öffnet ein kleines Fenster auf einem der vielen Bildschirme vor ihm. Ein schmaler roter Balken weist ihn auf die entscheidende Zeile hin. Sie zeigt ihm an, dass eine Tür in einem Tunnel an der Autobahn A 17 geöffnet ist.
Ein kurzes Schnarren warnt davor, dass etwas nicht in Ordnung ist. Jochen Mietsch öffnet ein kleines Fenster auf einem der vielen Bildschirme vor ihm. Ein schmaler roter Balken weist ihn auf die entscheidende Zeile hin. Sie zeigt ihm an, dass eine Tür in einem Tunnel an der Autobahn A 17 geöffnet ist.
Es dauert keine Minute, da hat Mietsch die Kamera auf die Tür im Coschützer Tunnel gerichtet. Wenig später ist dort ein Betriebsfahrzeug der Autobahnmeisterei zur Stelle. Er sieht auf einem riesigen, 100 mal 80 Zentimeter großen Bildschirm, wie es mit gelbem Blinklicht anhält, der Fahrer aussteigt und die Kabine mit dem Nottelefon inspiziert. Danach unterhalten sich die beiden kurz per Funk. Die Tür ist geschlossen. Nun ist wieder alles in Ordnung.
Unabhängig von dem Operator ist seit dem Schnarren noch etwas anderes passiert: An den Schilderbrücken vor dem Tunnel wurde die Höchstgeschwindigkeit für die Richtungsfahrbahn auf Tempo 60 heruntergestellt. Das macht das Überwachungssystem automatisch, denn es hat eine Störung festgestellt. Hätte es Rauch ausgemacht, wäre der Tunnel ebenso automatisch gesperrt worden.
Inzwischen gilt wieder die normale Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern, die für die Tunnel im Verlauf der A 17 dauerhaft verordnet werden. Das stellt Armin Reck, der Sprecher des Autobahnamts Sachsen klar.
Mietschs Arbeitsplatz ist die Tunnelbetriebsstelle. Sie ist neuerdings auf dem Gelände der Autobahnmeisterei in Hellerau untergebracht. Acht Großbildschirme prägen den Raum. Darunter sind acht kleinere Monitore mit handelsüblicher 19-Zoll-Diagonale angebracht. Und auf dem Kontrolltisch, den sich Mietsch mit lars Tittel teilt, steht eine weitere Kette mit 19-Zoll-Bildschirmen.
Ein eigenes Fernmeldenetz
Beide behalten von hier die zwei Tunnelröhren durch die Königshainer Berge sowie die Tunnel an der A 17 im Auge. Nötigenfalls können sie auch direkt eingreifen. Heute geht das über Geschwindigkeitsregler. Künftig werden sie auch eine veränderbare Wegweisung (siehe Kasten) steuern können.
In demselben Gebäude nebenan ist das Reich von Frank Weirauch. Er leitet die Fernmeldemeisterei. Damit sorgt er dafür, dass all die Kontrollsysteme überhaupt funktionieren. Die Einrichtung betreut die gesamte elektronische Kommunikation für den Autobahnbetrieb.
Das ist vor allem ein komplettes Datennetz von 450 Kilometern Länge entlang der Trassen in ganz Sachsen. Angeschlossen sind Telefon, Notruf und Steuerungsanlagen. „Es sind vor allem Kostengründe, dass wir das selbst betreiben“, sagt Weirauch. Wir können alles selbst konfigurieren und auf Störungen in 20 Minuten reagieren. „Das macht kein Fremdanbieter.“
Hintergrund: Die Autobahn bekommt eine dynamische Wegweisung
- 17 Schilderbrücken und veränderbare Wegweiser sind an der Autobahn A 4 und den Anschlüssen von A 13 und A 17 rings um Dresden installiert. Die Brücken mit den Tempo-Anzeigen waren vor dem Umbau der A 4 am Tanneberger Loch eingerichtet. Die bisher getrennten Anzeigen im nördlichen und westlichen Strang werden bis zum Jahresende zusammengeführt, so dass ein Stau vor dem Anschluss Neustadt (mit Elbepark) schon an den Dreiecken Nord und West berücksichtigt werden kann.
- Am Dreieck West wird eine Wegweisung nach Dresden eingerichtet, die sich je nach Verkehrslage automatisch verändert. Es sind vier Varianten geplant:
1. Normal wird „Dresden“ auf die A 4 (Abfahrten Altstadt, Hellerau) und „Dresden-Gorbitz“ auf die A 17 geleitet.
2. Bei Stau auf der A 4 vor dem Anschluss Altstadt wird „Dresden“ für die A 17 angezeigt.
3. Bei Stau weiter östlich wird für die A 4 „Dresden-Altstadt“ und die A 17 „Dresden“ gezeigt.
4. Bei Behinderungen auf der A 17 wird der gesamte Dresden-Verkehr auf die A 4 geführt.
- Die Wechselzeichen werden in der Tunnelbetriebsstelle in Hellerau überwacht.
- Leipzig bekommt für seinen Autobahnring eine Lenkung zu Zentrum, Stadion und P+R-Plätzen. (Quelle: Autobahnamt)






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