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Hamburger Abendblatt, 8. September 2005

Videokameras für den Kiez - was leisten sie?

Von Matthias Rebaschus

Die Videotechnik, die auf der Reeperbahn zum Einsatz kommen soll, ist schon fertig entwickelt. Standardgeräte aus der Verkehrsüberwachung kommen zum Einsatz. Das sagte Ingo Röder (53), Leiter der Technik der Hamburger Polizei, dem Abendblatt. Fernsehzuschauer kennen die Bilder, denn der Sender HH 1 übernimmt sie aus den Verkehrskameras.

Was leisten diese Kameras? Sie sind bei geschickter Positionierung in der Lage, sensible Bereiche an der Reeperbahn komplett zu überwachen. Die Reichweite der Zoom-Objektive beträgt 100 Meter und mehr. Eine Kamera liefert Bilder, auf denen Gesichter zu erkennen sind. Röder: "Die Qualität reicht aus, um Straftaten zu erkennen und Beweismittel vor Gericht zu haben. "

Die Kamera vom Typ FAC 848 sendet acht Bilder pro Sekunde. Zwei Zoom-Objektive mit Brennweiten von 10 bis 120 mm und von 7,5 bis 75 mm stehen zur Verfügung. Beide liefern auch im Dunkeln Farbbilder. Den Kameras kommt dabei zugute, dass die Reeperbahn nachts mit den vielen Leuchtreklamen gut beleuchtet ist.

Alle Überwachungskameras können geschwenkt und geneigt werden. "Die Kameras sind mobil, das heißt, sie könnten theoretisch nach einer gewissen Zeit auch an anderen Orten eingesetzt werden", sagt Marco Haase (34), Sprecher der Innenbehörde. Innensenator Udo Nagel (parteilos) zum Abendblatt: "Die Erfahrungen aus zahlreichen anderen Städten zeigen, dass die Kriminalität in den überwachten Bereichen innerhalb weniger Monate zum Teil drastisch sinkt. Die Videoüberwachung bringt eindeutig einen Sicherheitsgewinn für die Bürger, daher setzen wir sie an der Reeperbahn ein und erhoffen uns dort einen spürbaren Rückgang der Delikte."

Einen neuen Weg geht Hamburg bei der Wiedergabetechnik. Um mehr erkennen zu können, kann ein Video-Bild im Polizeipräsidium in vier Segmenten auf vier im großen Rechteck angeordnete Monitore geschaltet werden. Zuvor definierte sogenannte "private Zonen" bleiben unsichtbar. Stattdessen sieht man ein schwarzes oder graues Bild. "Diese Lösung ist neu in Deutschland", sagt Haase. Es werden in Hamburg nicht wie bei anderen Überwachungssystemen keine Bildbereiche gepixelt, sondern diese werden ausgeblendet. Statt eines Hauseingangs zum Beispiel ist nur eine graue Fläche zu sehen. So ist nicht zu erkennen, ob überhaupt jemand in den Hauseingang geht, wie es bei gepixelten Bildern möglich ist. Haase: "Es geht also darum, die Sicherheit im Bereich der Reeperbahn zu erhöhen - es geht nicht darum, herauszufinden, wer in welchen Sex-Shop geht. "

Zwölf Kameras sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres an der Reeperbahn installiert werden. Sie werden auch am Hansaplatz und am S-Bahnhof Bergedorf angebracht. Die Bilder der Überwachungskameras werden einen Monat lang gespeichert.

 

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Die Verkehrsüberwachungs-kameras FAC 848 werden auch auf der Reeperbahn eingesetzt. Foto: Röhrbein
 
aktualisiert am 18.05.2012