Bayerische Staatszeitung, 20. Mai 2005
Gegen Störer und Spinnen
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollen High-Tech-Kameras für Ordnung sorgen
Wenn im Juni in der Münchner Allianzarena das erste Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird, dann stehen nicht nur 22 Spieler auf dem Platz – Staatsgäste aus aller Welt sitzen auf der Tribüne, mehr als 60 000 Fans im Stadion heizen die Stimmung an und machen die Arena zum Hexenkessel.
Jeder Winkel im Stadion muss in solchen Situationen überwacht, nichts darf dem Zufall überlassen werden. Genau dafür gibt es in der Allianzarena und den anderen WM-Stadien zuverlässige Hightech-Helfer, die nach acht Stunden nicht Feierabend haben: die Überwachungstechnik der Firma TVI Lederer aus Sinzing bei Regensburg – und die gibt den Sicherheitskräften nicht nur beim Eröffnungsspiel den richtigen Überblick.
Ein Dutzend Kameras haben die Ingenieure in den letzten Monaten im neuen Münchner Fußballrund installiert, um jeden Winkel des Stadions und jede Zufahrt via Monitor sichtbar zu machen.
Bei Videoüberwachung ist heute das Wissen von Experten gefragt
„Wir merken in unseren Auftragsbüchern, dass der Fußball-Weltverband immer strengere Sicherheitsauflagen macht“, sagt Verwaltungs- und Finanzchef Rainer Hölzgen. Wenn es um professionelle Videoüberwachung geht, setzten die Stadion-Verantwortlichen dabei immer mehr auf den Expertenrat des 60-Mitarbeiter-Unternehmens.
„Mit unseren Kameras sind wir unumstrittener Marktführer“, macht Firmengründer Karlheinz Lederer deutlich und erzählt von seiner Vision, die er als frisch diplomierter Ingenieur Ende der 70er-Jahre hatte. „Kameras müssen genau so funktionieren wie das menschliche Auge“, dachte er sich damals. „Sie müssen schnell beweglich sein, müssen in Sekunden die Perspektive wechseln können und einfach zu bedienen sein.“
In den letzten drei Jahrzehnten hat er mit dem Konzept „Argovision“ seinen Traum nach und nach Realität werden lassen und kommt der Perfektion dabei immer näher. Und die Kameras von TVI können inzwischen mehr als das menschliche Auge: Sie können lenken, neigen, zoomen und fokussieren. Auch auf Autobahnen werden die Kameras heute von der Polizei als zuverlässige Stau- und Unfallmelder geschätzt.
Die neueste Erfindung des Sinzinger Unternehmers: Die Kameras im Münchner Fußballstadion besitzen serienmäßig Scheibenwischer und Spinnenfänger. „Nie mehr verschwommene Bilder auf dem Monitor.“ Und nie mehr versperrt eine Spinne die Sicht auf das Geschehen. Denn es ist mehr als einmal vorgekommen, erzählt Karlheinz Lederer, dass im entscheidenden Moment eine Spinne die Sicht auf den randalierenden Fußballfan versperrte oder mit ihrem Netz das Bild völlig unbrauchbar machte.
Der neue Spinnenfänger – ein kleiner umlaufender Greifarm aus Kunststoff – verschafft dem Operator in kritischen Situationen in Sekundenschnelle Durchblick. Und wenn es dazu gut ist, beim WM-Eröffnungsspiel die nächste Torszene nicht zu verpassen.






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