Badische Neueste Nachrichten, 2./3. Dezember 2000
Test in Mannheim: Mit Videokameras gegen Kriminalität
Mannheim (dpa/lsw). Als erste Stadt Baden-Württembergs hat Mannheim den Testbetrieb für die Videoüberwachung der Innenstadt aufgenommen. Dazu seien drei Kameras installiert worden, sagte Bürgermeister Rolf Schmidt (CDU). Die Videokameras sollten Mannheim helfen, die „rote Laterne“ als Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate in Baden-Württemberg abzugeben. „Wir wollen keine Menschen filmen, sondern Angsträume zurückerobern“, sagte Schmidt.
Die Mannheimer Videoaufnahmen werden noch nicht gespeichert, da es dafür bisher keine gesetzliche Grundlage gibt. Der entsprechende Gesetzentwurf, der eine Aufzeichnung für 48 Stunden erlaubt, ist zwar schon in den Landtag eingebracht, muss aber noch verabschiedet werden. In den regulären Betrieb werde die Videoüberwachung voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres gehen, sagte Schmidt. Dann sollen insgesamt acht Kameras das Geschehen an Brennpunkten der Mannheimer Innenstadt überwachen.
Kritiker wenden ein, dass Videokameras die Ganoven lediglich in andere Straßen abdrängen, in denen keine Kamera steht. Gegner der Videoüberwachung führen auch an, dass die Bürger ohne ihre Einwilligung gefilmt werden. Die Mannheimer Polizei hofft aber, dass allein die Präsenz der Kameras abschreckend wirkt. Geplant ist auch die Aufstellung von Hinweistafeln, die die Bürger auf die Videoüberwachung aufmerksam machen.






Test in Mannheim