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Rundschau Regensburg, 1. Dezember 1999

Made in Regensburg: Mit elektronischen Argusaugen

Sinzinger Unternehmer mischt den Überwachungsmarkt auf

Sinzing (mm). Was haben die REWAG, der Knast in Zwolle und das Münchner Olympiastadion gemeinsam? Antwort: Das Überwachungssystem stammt aus Sinzing, genauer von der Firma TVI Lederer. Hier wurde das dynamische Sicherheitsfernsehen mit dem Namen „Argovision“ entwickelt, das Furore am Sicherheitsmarkt macht.

„Wir wollen mit unseren Kameras so nah wie möglich an die Funktion des menschlichen Auges herankommen“, sagt Marketingleiter Georg Häglsperger. Und das ist dem Dipl.-Ing. Karlheinz Lederer und seiner Crew gelungen. Im Gegensatz zu den starren Kameras herkömmlicher Überwachungssysteme ist Lederers Patent schnell beweglich (die Kamera schwenkt in einer Sekunde um 180 Grad) und lässt sich ferngesteuert zielsicher schwenken, neigen, zoomen und scharf stellen.

Ereignet sich irgendwo am überwachten Gelände etwas Ungewöhnliches, peilt die nächstgelegene Kamera blitzschnell die entsprechende Zone an. Am Monitor kann der Werkschutz sofort das Ereignis erkennen und – falls notwendig – das Bild heranzoomen und mit der patentierten Kamerasteuerung „Argostick“, einer Art Joystick, verfolgen.

Mut zu Veränderungen

Vor 20 Jahren hat Karlheinz Lederer als Diplomingenieur der Nachrichtentechnik und gelernter Radio- und Fernmeldetechniker im Bereich der Einbruchmeldetechnik zu arbeiten begonnen. Mit Innovationskraft und Mut zur Veränderungen ist aus der ehemals regional operierenden Firma ein bundesweit agierendes Unternehmen mit 30 Mitarbeitern und drei Vertriebsstellen geworden, das sich gerade auf die Eroberung der internationalen Märkte vorbereitet.

Die tüftelzentrale in Sinzing ist natürlich immer auf Verbesserungen bedacht. So bekam der Scheibenwischer, der hier für die Überwachungskameras entwickelt wurde, bei der Erfindermesse in Nürnberg eine Auszeichnung. Umlaufprinzip und berührungslose Parkposition machen ihn effektiver als herkömmliche Wischer. Karlheinz Lederer hat bereits wieder neue Produkte im Kopf, über die er aber aus verständlichen Gründen noch nichts erzählen will.

Die Liste der Firmen, die ihre Anlagen mit „Argovision“ überwachen lassen, liest sich wie das Who’s who der deutschen Wirtschaft. Ob BMW oder Reemtsma, Hoechst oder Müllermilch, Porsche oder RWE, sie alle vertrauen dem Sicherheitssystem aus Sinzing. Dazu kommen noch 17 Fußballstadien von München bis Bremen, 19 Justizvollzugsanstalten, Bobbahnen, Rennstrecken und vieles mehr.

Flexibel arbeiten

„Als mittelständisches Unternehmen können wir uns ganz nach den Wünschen der Kunden richten“, erklärt Marketingleiter Häglsperger. „Diese Flexibilität ist einer unserer großen Vorteile. Wichtig auf diesem Nischenmarkt ist sorgfältige Arbeit, sowohl in der Planung als auch in der Realisierung.“So sieht das auch sein Chef. „Kunde und System müssen hundertprozentig zusammenpassen. Kundenzufriedenheit ist mir zu wenig. Meine Kunden sollen begeistert sein.“

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aktualisiert am 08.02.2012