Funkwerk plettac electronic GmbH

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Fachzeitschrift für Sicherheit & Industrie, Ausgabe Mai 2009

Video-Systemlösungen aus einer Hand und made in Germany

Mit Erfahrung für den Kunden

Von Wolfgang Kräußlich

Funkwerk plettac setzt als Nachfolger der CCTV-Sparte von Grundig heute auf kompetente Beratung im Systemgeschäft.
Der Markt der Videoüberwachung ist in Bewegung. Megapixel, Wireless und Videoanalyse per Software - die moderne Technik hält vieles bereit. Aber nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. Kompetente Systemanbieter schaffen maßgeschneiderte Lösungen.

"Heute wird den Kunden vieles versprochen und die Anwender stellen sich auch vieles vor, was ihrer Meinung nach mit der heutigen Technik möglich sein müsste", erklärt Gérard Monin, Geschäftsführer von Funkwerk plettac. "Da müssen wir schon manchmal bremsend eingreifen, um Lösungen zu bekommen, die auch wirtschaflich sinnvoll sind." Man habe, so Monin, auch schon Aufträge abgelehnt. Dass die Videoüberwachungsspezialisten aus Fürth unter Umständen ganz selbstbewusst auf den Einsatz modernster Technologien verzichten, hat nichts mit Technikfeindlichkeit zu tun, sondern mit Erfahrung. Denn Funkwerk plettac ist nun seit über 50 Jahren in der Videotechnik zu Hause. Nur der aktuelle Name ist noch relativ neu. Die Geschichte begann unter dem Namen Grundig. Grundig hatte damals zwei Standbeine: einmal den bekannten kommerziellen Teil mit Funk und Fernsehen, Tonbändern, Hifi-Geräten. Auf der anderen Seite gab es noch den so genannten semiprofessionellen Bereich. Wichtige Produkte waren die "Fernaugen" wie Fernsehkameras damals bei Grundig mit einem geschützten Begriff genannt wurden. Zwar war der CCTV-Bereich das kleinere Standbein, er hat sich aber über die Jahre zu einer festen Größe im Videoüberwachungsmarkt entwickelt. Über 30 Jahr war Grundig electronics einer der Schrittmacher in der Sicherheitstechnik.

 

In den 1990ern verkaufte Grundig Teile seines Portfolios, darunter 1997 auch die CCTV-Sparte. Das GEschäft wurde durch die plettac AG fortgesetzt. Am Ende 2003 übernahm die Funkwerk AG das Unternehmen plettac als eigenständige GmbH. Heute gehört Funkwerk plettac zum Geschäftsbereich Security Communication innerhalb der Funkwerk-Gruppe.
Die Mitarbeiter blieben über die Jahre hinweg trotz wechselnder Namensschilder und Visitenkarten am Standort Fürth, bewahrten und erweiterten das über Jahrzehnte erworbene Know-How im Projektgeschäft für komplexe Videoüberwachungsanlagen. Zudem wurde dsa Portfolio durch Zukäufe erweitert, zuletzt durch die Akquise der ehemaligen TVI Lederer als neu gegründete Funkwerk Argovision. Diese wurde zum August 2008 vollständig in das Unternehmen Funkwerk plettac eingegliedert. Mit dem zusammengeführten Produktportfolio und Serviceangebot kann Funkwerk nun das gesamte Spektrum videobasierter Sicherheit abdecken.

 

Eine Stärke des Unternehmens ist es, dass sowohl Entwicklung als auch Produktion am Firmensitz in Fürth gebündelt sind. Das macht die Produkte zu echten Made-in-Germany-Komponenten, hat aber auch den Vorteil, dass schnell auf Kundenwünsche eingegangen werden kann. Hinzu kommt ein dezentral organisierter Vertrieb mit Geschäftsstellen in ganz Deutschland. Dadurch sind die Mitarbeiter von Funkwerk plettac immer nah am Kunden. Auch der Vertrieb für Europa ist dezentral organisiert, hier allerdings über lokale Partnerunternehmen.

 

Kundenanforderungen

Um gute Lösungen zu bieten, muss man die Anforderungen der Anwender kennen. "Die sind", so Norbert Meißner, Vertriebsleiter Deutschland bei Funkwerk plettac, "im Grunde nicht anders als vor 10 oder 15 Jahren." Es gibt zwei Bereiche, die bei Funkwerk plettac unterschieden werden: Einmal das so genannte Betriebsfernsehen, bei dem Abläufe und Prozesse beobachtet werden, um zu überwachen, das alles so läuft, wie es soll. Hier werden hohe Zuverlässigkeit und gute Bildqualität gefordert.
Zum anderen die Sicherheitsthematik: Der Kunde hat einen geschützten Bereich und will nicht, dass ein Unbefugter hineingelangt - im Falle einer Justizanstalt auch nicht hinaus.  Notwendig ist hier eine früzeitige Signalisierung, rechtzeitig die richtigen Bilder auf dem Monitor zu haben, um zu sehen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Die Anforderungen sind also altbekannt. Die Umsetzung der Lösungen ist allerdings neu. Datenmanagement und -speicherung sind heute digital. Die Digitaltechnik im zentralen Management- und Aufzeichnungssystem bietet Flexibilität und schafft die Möglichkeit, komplexe Auswertungen zu fahren, sowohl im Bereich Sicherheit als auch beim Betriebsfernsehen.
Auch die Aufzeichnung in der Kamera sowie die Bilddatenübermittlung zum Managementsystem basiert immer öfter auf digitaler IP-Technik.
Auch die Anzeigentechnik hat sich geändert. Das Sicherheitspersonal blickt nicht mehr auf dutzende kleiner Bildschirme, sondern auf eine reduzierte Zahl großer Monitore sowie je nach Einsatzfall auch auf große Monitorwände.  Die Aufgabe des Überwachungssystems ist es, relevante Bilder automatisch in den Vordergrund zu setzen und den Nutzer so zu unterstützen.

 

Produktportfolio

Früher deckte das Unternehmen ein sehr breites Spektrum an Produkten ab. Der Markt ist allerdings vielgestaltiger geworden, sodass das Portfolio spezialisierter ist. Hauptproduktgruppen sind heute Kameras, die bei Funkwerk entwickelt und gefertigt werden sowie die Komponenten zur Datenübertragung und Kommunikation innerhalb des Videonetzwerks.  Letzere sind eine Spezialität des Hauses, Techniker von Funkwerk plettac verbinden Kameras, Rekorder, Server und Leitstände - überwiegend mit Produkten anderer Hersteller. Die Zweidrahttechnik tritt dabei mehr und mehr in den Hintergrund, hinzu kommen dafür Netzwerktechnik sowie drahtlose Datenübertragung, etwa aus U-Bahnen heraus.

Eine Besonderheit der Funkwerk-Kameras ist ein integrierter, patentierter Ticker, der belegt, dass es sich um ein Live-Bild handelt. Schließlich sind heute bei der dititalen Technik immer Speicherbausteine zwischengeschaltet - in der Kamera, in der Übertragung, selbst im Bildschirm. Da weiß man nicht sicher, ob das Bild ein Live-Bild ist. Gerade bei Sicherheitsbereichen mit wenig Bewegung im Gelände sieht das Kamerabild immer gleich aus. Ein Standbild aus einem Speicherbereich würde also nicht auffallen und das wäre fatal. Der durchlaufende Ticker belegt, dass das Bild aktuell ist.
Weitere häufig eingesetzte Produkte sind die Schwenkköpfe für Kameras. Durch die Übernahme von Argovision hat Funkwerk einen anerkannt hochwertigen Schwenkkopf dazugewonnen, der für vielfältigste, auch extreme Einsätze geeignet ist. Damit sind die Fürther mit Kameras und Schwenkköpfen aus eigener Produktion für fals alle Einsatzzwecke gerüstet.

 

Digitale Zentrale

Kernstück der Produktpalette ist heute das Videomanagementsystem POSA (Plettac offene Sicherheits-Architektur). "Das Managementsystem rückt immer mehr ins Zentrum einer Überwachungsanlage", erklärt Norbert Meißner. "Die zu entwickelnde Hardware verliert an Stellenwert, wir konzentrieren uns auf die Software und das Managementsystem", führ er weiter aus. Tatsächlich gehen bereits heute rund 70 Prozent des Entwicklungsaufwands in die Softwaresysteme. Dem Bediener soll eine benutzerfreundliche Bedienoberfläche geboten werden - was im digitalen Umfeld gar nicht so einfach ist. Denn Software-Pakete mit Multi- und Panorama-View, Maus- Tracking oder Videoanalyse erfordern eine ausgeklügelte Algorithmik. Innovative Merkmale, wie flexibles Privacy Masking in der zentralen Management-Software statt in der Kamera , ermöglichen es, im Bedarfsfall, etwa im Zuge einer polizeilichen Ermittlung das gesamte Bild zu sehen, während im laufenden Betrieb nur der laut Datenschutz erlaubte Bereich eingesehen werden kann. Das System ist von den Schnittstellen so ausgelegt, dass Brandschutz, Zutrittskontrolle oder Gebäudemanagement eingebunden werden können und man sich ebenso in ein vorhandenes, übergeordnetes System einbinden kann - OPC inklusive.

 

Lösungsgeschäft und Service

Die große Stärke der Fürther Videospezialisten ist das Systemgeschäft, die Planung und Umsetzung komplexer Überwachungsprojekte. Dabei hilft zum einen die jahrzehntelange Erfahrung, zum anderen aber auch die Vertriebs- und Servicestruktur. Denn Funkwerk plettac ist breit im ganzen Land aufgestellt und hat Niederlassungen in allen größeren Städten Deutschlands. Dort sitzen neben technisch geschulten Vertriebsmitarbeitern auch Projektierer, die zusammen mit den Kunden individuell passende Lösungen erarbeiten. Unterstützt werden sie von einer stark besetzten zentralen Engineering-Abteilung in Fürth, in der spezialisierte Ingenieure auch komplexe Lösungen ausarbeiten können.

"Wir sind draußen beim Kunden, kriegen den Pulsschlag des Kunden mit, wissen, was seine Wünsche sind", betont Gérard Monin. "Und wenn wir eine Anlage installiert haben, dann wird sie auch von uns betreut." Philosophie sei es, auch einen langfrisigen Service zu bieten, sodass der Kunde sich dann nicht am langen Arm verhungern sehe. Der im Haus vorhandene Sytemsupport bietet dabei verschiedene Möglichkeiten bis zum Premium-Vertrag mit einer Erreichbarkeit 24 Stunden rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Durch die neuen Technologien gibt es auch die Möglichkeit, per Fernwartung auf die Systeme zuzugreifen, Diagnosen durchzuführen. Das ist nicht überall gewünscht, aber optional machbar. Die Fernwartung beinhaltet sogar die Möglichkeit einer Fehlerbehebung, falls es ein Softwareproblem ist. Bei Hardwarefehlern gibt es den Service vor Ort, der schnell reagieren kann.

Hinzu kommt ein umfangreiches Schulungsangebot, sowohl auf technischer Ebene als auch auf Bedienerebene. Zudem ist es der Anspruch von Funkwerk plettac, auch Geräte reparieren zu können, die älter als zehn Jahre sind. Das Wissen, auch solche Geräte noch zu warten,  ist vorhanden. Das ist für den Kunden ein echter Investitionsschutz. "Es dürfte nur wenige Anbieter geben, die eine solche Technikertruppe mit einem solchen Know-how verfügbar haben", so Monin.

 

Fazit

Bei vielen Unternemen werden die Videospezialisten weniger, dafür gibt es mehr IT-Spezialisten. Die streben nach einer Technik, mit der sie sich gut auskennen. Entsprechend werden heute Neuanlagen zu über 90 Prozent volldigital angelegt. Allerdings ist das nicht immer die bessere Lösung. Gerade für Anwender, die bereits Anlagen haben, kann ein teilanaloges System die sinnvollere Lösung sein. Sie lässt sich in moderne digitale Managementumgebungen integrieren. Erfahrene Anbieter wie Funkwerk plettac bieten modernste Technik, gehen aber auch auf alte Systeme ein, um sie aufzufrischen, damit sie auf dem neuesten Stand sind.


 

 

 
aktualisiert am 08.02.2012